| Der erste Schritt: Die Registrierung |
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Zwar kann man oft auch als vorbei surfender User ohne bei einem Service registriert zu sein, sehen, wer alles so dabei ist. Dafür gibt es oft auf der Startseite eine Suchbox, in die man ein paar Suchkriterien eintragen kann. Als Ergebnis erhält man eine Liste mit Treffern und kann Einzelheiten über die Teilnehmer sehen.
Eine Kontaktaufnahme ist aber in der Regel nicht möglich. Dazu muss man sich bei dem Anbieter anmelden. Normalerweise ist dieser erste Schritt kostenlos, sieht aber von Service zu Service etwas unterschiedlich aus.
Manchmal genügen die Eingabe einer Emailadresse, das Festlegen des eigenen Usernamens und die Angabe von Alter, Geschlecht und Wohnort bzw. Region. Meistens möchte der Anbieter aber noch mehr in Erfahrung bringen. So findet man oft Fragen nach persönlichen Interessen, Vorlieben, Abneigungen und Aktivitäten aller Art. Manche Anbieter versuchen den registrierwilligen User gleich zu einer Art Persönlichkeitstest zu animieren. Dies zu durchlaufen kann zeitraubend und anstrengend sein. Die Anbieter mit diesem Ansatz versprechen im Gegenzug, besonders gut passende Partnervorschläge zu liefern. 
| Kern jeder Aktivität: Das eigene Profil |
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Dating Plattformen, die nur wenige Daten abfragen, überlassen es stärker dem User, ein aussagekräftiges Profil zu erstellen.
Fast schon obligatorisch ist das eigene Foto. Am besten handelt es sich um ein Portrait, auf dem das Gesicht gut zu erkennen ist. Es gibt Anbieter, die Profilfotos ablehnen, auf denen User versuchen, sich unkenntlich zu machen, also sich mit Sonnenbrille, Basecap nahezu vermummt fotografieren ließen.
Bei den meisten Plattformen wird ein Profilfoto empfohlen, ist aber nicht Pflicht. Immer wieder weisen die Anbieter darauf hin, dass alleine dadurch, dass ein Profilfoto vorhanden ist, die Wahrscheinlichkeit um 10 bis 15 Prozent steigt, dass ein anderer User sich für das Profil interessiert. Die Kontaktchancen und damit die Erfolgschancen steigen beträchtlich.
Die Kehrseite der Medaille: Mit einem eigenen Profilfoto ist es vorbei mit der Anonymität. Natürlich wird man erkennbar und muss damit rechnen, von Freunden, Bekannten und Kollegen erkannt zu werden. Andererseits ist die Akzeptanz von Datingplattformen massiv gestiegen. Früher galten Singles als bedauernswerte Individualisten mit persönlichen psychosozialen Problemen, heute ist der Lebensstil völlig akzeptiert. Kein Grund mehr, sich verstecken zu müssen.
Wenn man sich einmal angemeldet hat, ist es eine gute Idee, noch ein paar Dinge über sich selbst zu beschreiben, vor allem, wenn der Registrierungsprozess noch nicht genügend Informationen zur eigenen Person, die für andere Suchende wichtig sein könnten, abgefragt hat.
Tatsache ist, dass die meisten Userinnen und User nach nur wenigen Kriterien suchen: Entscheidend für die erste Auswahl sind Geschlecht, das Profilbild, Altergruppe und Region – in dieser Reihenfolge. Wenn eine zu große Auswahl zur Verfügung steht, kann man nicht mit jedem Kontakt aufnehmen. Also schaut man sich die Inhalte des Profils genauer an. Und diese entscheiden dann, ob es sich lohnen könnte, eine Mitteilung zu verfassen oder nicht. Suchabfragen zu starten ist leichter als eine Mitteilung zu verfassen. Daher wird man sich es überlegen, die schwierigen ersten Worte zu finden.
Gut ist, wenn das eigene Profil genügend Ansatzpunkte gibt, um Stoff für die erste Kontaktaufnahme zu bieten. Ansonsten bleiben nur Bemerkungen über das (fehlende) Foto, die Stadt, in der man selber auch wohnt oder eine Plattitüde wie „Na, wie geht’s?“ oder „Tolles Profil“. Wer also meint besonders viele Plattitüden zu erhalten – und viele weibliche User beschweren sich besonders darüber -, sollte mit dem Inhalt des Profils experimentieren. Interessante Profile ziehen interessante Leute an. Negiert gilt das aber auch: Uninteressante Profile ziehen uninteressante Leute an. Wichtig ist, dass das Profil tatsächlich die eigene Person und das eigene Leben widerspiegelt. Dennoch: Das Profil ist kein Raum für übertriebene Selbstdarstellung, Fishing for Compliments, Hilferufe, Ausdruck der Verzweiflung. Ein Einblick in die Gedankenwelt ist okay, Phantasie ist gewünscht, kompromisslose Offenheit ist jedoch schädlich.
Wichtig ist, abzuschätzen, was von der eigenen Person für eine genügend große Gruppe an Leuten relevant sein könnte und in wie weit dies auf dem Profil dargestellt werden kann ohne sich selbst zu entblößen. 
| Suchen und gefunden werden |
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Grundsätzlich gilt: Je aussagekräftiger das Profil, desto besser die zustande gekommenen Kontakte.
Dabei muss man zwischen Qualität und Quantität unterscheiden. Beim Versuch, möglichst großes Interesse zu erzeugen und entsprechend viele Zuschriften zu bekommen liegt die Idee nahe, den Wahrheitsbegriff entsprechend zu dehnen, das heißt den Ansatz nach positiver Darstellung in Richtung Lüge zu erweitern. Vielleicht schafft man es die Anzahl der Zuschriften zu erhöhen, schon eventuell dadurch, ein hübscheres, aber fremdes Bild zu benutzen. Oder die Beschreibung zu positiv und bewusst falsch zu formulieren. Fakes sind verpönt. Spätestens wenn eine Antwort erfolgt und ein Dialog entsteht und vielleicht ein erstes Date im realen Leben, wird die Situation schwierig. Die meisten User werden negativ darauf reagieren. Faking ist reine Zeitverschwendung. 
| Die Kontaktqualität ist ein Spiegel der eigenen Aktivität |
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Natürlich ist die reine Anzahl an Zuschriften ein wichtiger Hinweis wie gut oder schlecht das eigene Profil funktioniert. Schließlich geht es auf diesem Marktplatz durchaus darum, für eine genügend große Anzahl an Usern interessant zu sein. Dabei ist es nach wie vor so, dass die Erstaktivität meistens von männlichen Usern ausgeht und weibliche User warten eher auf Initiative – aber es gibt Ausnahmen. Männer können eher an der Reaktionsquote bemessen, wie gut oder schlecht das Profil funktioniert. Daher erklärt sich das mänliche Verhalten, möglichst viele Frauen zu kontaktieren und auf Reaktion zu hoffen. Natürlich leidet mit der steigenden Anzahl an angeschriebenen Userinnen die Qualität der Inhalte. Das kann soweit gehen, dass die Zuschriften als Spam empfunden werden, weil nur ein Standardtext per copy/paste kopiert wird. Es soll Spezialisten geben, die sich zu diesem Zweck ein eigenes Skript geschrieben haben. Diesem eigentlich unerwünschten Verhalten begegnen viele Plattformbetreiber mit automatischen Prozeduren. Diese stellen fest wie viele Mails pro Tag oder Stunde mit vielleicht gleichem Inhalt an unterschiedliche User abgeschickt wurden. Damit sollen Spammer entdeckt und ausgeschaltet werden. 
| Kontakt aufnehmen und vertiefen |
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In durchschnittlich großen Datingcommunities erhalten Frauen über ein Wochenende nicht selten 60 bis 120 Zuschriften. Dadurch wird es für die Einzelperson wiederum unmöglich, individuell und in gebotener Ausführlichkeit zu antworten. Die Folge sind Ein-Wort- bis Ein-Satz-Antworten oder gar keine. Viele Userinnen reagieren auf die Überflutung auch mit regelrechten Abschreckungsmaßnahmen im Profil und stellen sich als besonders schwierig oder ablehnend dar. Glaubt man den Statistiken der Betreiber, halten sich männliche und weibliche User nahezu die Waage. Eine Ausnahme bilden dabei sehr explizite Datingportale wie poppen.de oder Joyclub, bei denen es um rein sexuelle und oberflächliche Kontakte geht. Hier ist das Männer-/Frauenverhältnis 8 zu 1.
Ist ein Profil angelegt, wird man versuchen zu recherchieren, wer als passender Kontakt in Frage käme. Eine Suchfunktion gehört zum Standardrepertoire jeder online Datingplattform. Nach welchen Kriterien gesucht werden kann, ist durchaus unterschiedlich. Üblich sind Geschlecht, Alter oder Altergruppe, Region nach Postleitzahl oder Städtename.
Wenn die Suchparameter nicht zu sehr eingrenzen, wird man eine mehr oder weniger lange Liste erhalten. Nun kann man überlegen, wen man kontaktieren möchte.
Die ersten Worte sind die schwierigsten. Andererseits bringt es wohl auch nicht viel, jedes einzelne Wort auf die Goldwaage zu legen. Wichtig ist: Der Inhalt der Nachricht sollte einfach sein, leicht nachzuvollziehen, unkritisch, Missverständnisse vermeiden. Drei bis vier kurze Sätze genügen, keine Schachtelsätze. Niemand will lange Romane lesen. Die Motivation dafür steigt deutlich, wenn man sich länger kennt und schon einige Mitteilungen hin und her gegangen sind.
Die Kommunikation ist nonverbal. Das heißt, nur die Worte kommen an, kein Unterton, keine Stimmlage, keine besondere Betonung. Um einige Emotionen mitzuliefern, bieten sich Smilies an. Einige Dienste erlauben die standard Smilies. Auf jeden Fall kann man mit der Tastatur gebildete Smilies schicken. 
An diesem Punkt wird man bei vielen Anbietern feststellen, wo die Grenzen des Gratisdienstes sind. Denn ehe man eine Mitteilung abschicken kann, erhält man eine Aufforderung, für den Premium-Bereich zu bezahlen. Dies st ein Schritt, den man sich überlegen muss. Schließlich kostet ein Monat um die 20 Euro, also in der Größenordnung der Beiträge eines Fitnessstudios.
Vielleicht hilft ein Vergleich mit dem Offline-Leben bei der Entscheidung, ob es sich lohnt, für einen Online-Dienst zu bezahlen: Wer auf Partnersuche ist, muss aktiv sein, sich in Discotheken, Clubs, Kneipen aufhalten oder zumindest einen Sportverein finden. Manche nutzen auch VHS-Kurse und ähnliches als sozialen Kontaktbahnhof. Auch dies kostet Geld. Ein durchschnittlicher Kneipenabend mit etwa drei Getränken schlägt vielleicht mit 10 bis 15 Euro zu Buche. Das ist in manchen Städten gerade mal der Eintritt in einen Club.
Alternativ bieten sich kostenlose Anbieter an. Davon gibt es einige wenige, bei denen auch die Produktqualität stimmt und die als seriös einzuordnen sind. Die meisten und größten jedoch verlangen vom User Geld für den Service. Alternativ blieben nur noch Social Communities wie Facebook, StudiVZ oder dessen Ableger, Wer kennt wen, MySpace. Flirten ist da jederzeit möglich und natürlich werden diese Social Communities aus diesem Grund genutzt. Aber derjenige oder diejenige, der bzw. die ernsthaft auf Partnersuche ist, wird in Datingservices schneller und effizienter zum Ziel kommen. Wer zahlt, ist bereit, einen bestimmten Aufwand auf sich zu nehmen und signalisiert, dass er es mit seinem Ansinnen Ernst meint. Zumindest kann man davon ausgehen, dass man unter Gleichgesinnten ist, während die offenen Social Communities auch andere Interessenten als Mitglieder haben.
Manche Anbieter gewähren Frauen kostenlose Premiummitgliedschaften. Bei anderen Anbietern wiederum kann man kostenlos kommunizieren, solange einer der Partner zahlender Kunde ist. Doch in der Praxis wird man nicht umhin kommen, für den Dienst zu bezahlen. Die Abrechnung erfolgt meist wahlweise per Lastschrift, Kreditkarte oder seit einiger Zeit auch über Paypal. Einige Anbieter ermöglichen die Bezahlung per Premium-SMS.
Einige Anbieter stellen eine Funktion zur Verfügung, mit der man andere User eine Standard-Kurznachricht schicken kann. Dies ist ein Äquivalent zu „Poke“ bei Facebook oder „Anstupsen“ bei StudiVZ. Aus dieser Kontaktaufnahme heraus kann sich ein Flirt-Dialog entwickeln. Die meisten User werden Kontaktdaten für Kommunikationsmöglichkeiten außerhalb der Datingplattform austauschen. Gerne genommen sind Messenger wie ICQ, MSN oder Skype. Der nächste Schritt wäre der Austausch von Handynummern, später Festnetznummern. Im Idealfall entwickelt sich daraus schließlich ein Date im echten Leben. Dies ist auch der Punkt, an dem die Dienstleistung der Online Datingplattformen naturgemäß endet.

Last update: 19:15 09/09 2009
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